mit (Schmerz-) Situationen umgehen

Meine Recherchen zu der Diplomarbeit bestätigten mich in der Annahme, dass wir sehr oft und meist sogar mehrere Handlungsmöglichkeiten haben, mit (Schmerz-) Situationen umgehen zu können.

Es war mir wichtig, Wege aufzuzeigen, mit dem individuellen Schmerzerleben und den damit verbundenen Einschränkungen zurecht zu kommen.
Ein positives Mindset im Umgang mit Schmerz beinhaltet auch, dem Schmerz bewusst und gewollt zu begegnen. Dies wiederum kann dazu führen, dass dem Leidenden weniger Energie durch Verdrängung und Bekämpfung des Schmerzes geraubt wird. Vielleicht bemerkt der Betroffene schon hier das Schwinden angespannter Muskelbereiche und eine Reduktion des Stressempfindens.
Auch wenn ein positives Mindset kein Wundermittel ist und sicherlich nicht jedes Schmerzempfinden verbessern kann, ist es dennoch eine von mehreren Punkten, welche auf dem Weg mit dem Ziel der Schmerzreduzierung Beachtung finden sollte.
Für den Betroffenen sollte transparent sein, dass seine Aufgabe nicht ausschließlich darin besteht, zeitnah einen Termin bei einem Arzt, Physiotherapeuten etc. zu vereinbaren und dann abzuwarten. Die Aufgabe umfasst weit mehr, nämlich die bewusste Begegnung mit dem Schmerz sowie das Kennenlernen und Einordnen des Schmerzes.

Mir ist es wichtig, aufzuzeigen, dass Schmerz und Leid nicht das gleiche sind. Es handelt sich nicht um Synonyme und auch nicht um Empfindungen welche zwingend zusammengehören. Allein durch die Bewusstmachung, dass dem Schmerz in unterschiedlicher Weise begegnet werden kann und es eine Auswahl an mentalen Übungen zum Umgang mit dem Schmerz existieren, kann das Leid gemildert werden. Ein positives Mindset kann weder durch einen Arzt verschrieben werden, noch kann die Einnahme von Medikamenten dieses aufbauen. Die logische Schlussfolgerung ist also, dass der Betroffene in den meisten Fällen sehr wohl selbstbestimmt mit der Schmerzsituation umgehen kann. Demzufolge wäre es meiner Meinung nach erstrebenswert, wenn der Patient sich als das sieht, was er ist, nämlich der wichtigste Teil in der Konstellation:

PATIENT-Arzt-Medikament

Die Bewusstmachung der Wichtigkeit der eigenen Person beinhaltet auch, zu akzeptieren, dass es leider nicht immer so einfach ist wie angenommen. Es reicht oft nicht aus, einen Arzttermin wahrzunehmen, ein Medikament einzunehmen und das Thema Schmerz abhaken zu können. Zumindest ist dies bei wiederkehrenden und chronischen Schmerzen häufig nicht der Weg.

Ich bin im Rahmen meiner Diplomarbeit der Frage nachgegangen, ob diese Reaktion, nämlich die Angstreaktion des Körpers aufgrund von belastenden Vorstellungen, auch andersherum funktionieren kann und komme zu einer klaren Antwort: Jein.
Es ist sehr wohl möglich, mit einer positiven Erwartungshaltung Situationen, Gegebenheiten und Ereignisse positiv zu beeinflussen. Es ist jedoch nicht möglich, eine negative Erwartungshaltung ohne weiteres in eine positive Erwartungshaltung umswitchen zu können. Denn eine negative Erwartungshaltung haben wir uns „erarbeitet“, genauso wie negative Glaubenssätze. Beides ist oft fest verankert in uns. Der erforderliche Zwischenschritt lautet „Bewusstmachung“. Es ist nahezu unumgänglich, sich bewusst zu machen, wie groß der Einfluss von Gedanken ist und wie wichtig es ist, zu erkennen, dass man oftmals (mehrere) Handlungsmöglichkeiten zur (mentalen) Bewältigung einer Situation hat. Ist dieser Zwischenschritt erfolgt und ein gewisser Grad an Abstand zu Gedanken, Schmerz und Leid erreicht, ist es definitiv möglich, positive Reaktionen auf positive innere Vorstellungen zu erzielen.